Eine Mauer in Bewegung

Der Serpentine Pavilion 2026

Aufsichts-Rendering des Serpentine Pavilions 2026 von Lanza Atelier zeigt eine geschwungene Backsteinmauer mit organisch geformtem Baukörper inmitten der Kensington Gardens vor der Serpentine South Gallery.

Der Entwurf «A Serpentine» von Lanza Atelier nutzt eine geschwungene Wand als zentrales Element, die Wege, Blicke und Aufenthaltsorte im Garten neu organisiert.

Eine geschwungene Ziegelmauer zieht sich durch die Kensington Gardens in London und ordnet den Raum, ohne ihn festzulegen. Mit dem Entwurf «A Serpentine» gestaltet das mexikanische Architekturbüro Lanza Atelier den Serpentine Pavilion 2026 – eine Architektur, die weniger als Objekt denn als räumliche Erfahrung gedacht ist.

Mit der 25. Ausgabe erreicht der Serpentine Pavilion einen besonderen Meilenstein. Seit dem ersten Pavillon von Zaha Hadid im Jahr 2000 hat sich das Projekt zu einem internationalen Experimentierfeld für neue räumliche Ideen entwickelt. Zum Jubiläum wird der Pavillon von einem begleitenden Architektur- und Diskursprogramm in Zusammenarbeit mit der Zaha Hadid Foundation ergänzt.

Ein Porträt des mexikanischen Architekturstudios Lanza Atelier, Isabel Abascal link in heller Bluse und Alessandro Arienzo, rechts in schwarzem Tshirt.

Isabel Abascal und Alessandro Arienzo, Gründer:innen des mexikanischen Architekturbüros Lanza Atelier, entwerfen den Serpentine Pavilion 2026.

Lanza Atelier wurde 2015 von Isabel Abascal und Alessandro Arienzo gegründet. Das Büro interessiert sich weniger für ikonische Formen als für die Frage, wie Material, Nutzung und Ort zusammenwirken – und wie daraus Räume für Bewegung und Begegnung entstehen.

Auch ihr Entwurf für den Serpentine Pavilion ist nicht als abgeschlossener Baukörper gedacht, sondern als räumliche Abfolge. Die serpentinenartige Wand strukturiert den Garten, ohne ihn zu dominieren, und schafft unterschiedliche Zonen zwischen Offenheit und Rückzug. Eine zweite Wand orientiert sich am Baumbestand, während ein leichtes, transluzentes Dach auf schlanken Stützen ruht. Licht und Luft durchdringen den Raum, die Grenze zwischen Innen und Aussen bleibt bewusst offen.

«Die Schlange steht für uns für Schutz und Produktivität», so Lanza Atelier. «In Anlehnung an englische Obstgartenmauern entsteht ein offener Ziegelbau, der Klima, Raum und Begegnung miteinander verbindet.»

Getragen von schlanken Stützen schwebt ein transluzentes Dach über dem Pavillon. Es schützt, ohne abzuschotten – und lässt den Garten Teil der Architektur bleiben.

In wechselnder Dichte eingesetzt, lenkt die Wand, öffnet und schliesst Blickachsen, bietet Schutz und Aufenthaltsorte – stets im Dialog mit dem Garten.

Als Hauptmaterial wählt das Architektenduo Ziegel – und schlägt damit eine Brücke zwischen englischer Bautradition und lateinamerikanischer Handwerkskultur.

Die Ziegelmauer windet sich, inspiriert von der Figur der Schlange, als zentrales Element durch den Garten und organisiert Wege, Blicke und Aufenthaltsorte neu. So entsteht ein Pavillon, der Bewegung zulässt, Begegnung fördert und Architektur weniger als fertiges Objekt denn als offenes Gefüge versteht.

Mit «A Serpentine» knüpft Lanza Atelier damit an das Experiment an, das Zaha Hadid vor 25 Jahren begann – und übersetzt es in eine zeitgenössische, durchlässige Form, die erst im Zusammenspiel mit ihren Besucher:innen vollständig Gestalt annimmt.

 

 Der Serpentine Pavilion 2026 wird am 6. Juni 2026 eröffnet und ist bis zum 25. Oktober 2026 in den Kensington Gardens in London zu sehen.

www.serpentinegalleries.org