Warum wir immer wieder nach Berlin reisen

Ein Wochenende in Berlin

Als ich zuletzt für ein Wochenende nach Berlin reiste, wurde mir bewusst, dass ich in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren bestimmt schon ein Dutzend Mal hier war, und trotzdem fühlt sich jeder Besuch wieder neu und aufregend an. Vielleicht gerade deshalb, weil man nie zweimal ins gleiche Berlin reist.

Natürlich gibt es meine Fixpunkte. Orte, zu denen ich immer wieder zurückkehre, wie die Beuster Bar für Moules et Frites oder das C/O Berlin, weil sie sich inzwischen fast wie ein vertrauter Soundtrack anfühlen. Gleichzeitig überrascht mich die Stadt jedes Mal aufs Neue – mit kleinen Galerien, neuen Restaurants, besonderen Cafés und Shops, deren Adresse man eigentlich lieber für sich behalten möchte. So wie das Pinci, meine neue Lieblingsadresse für einen schnellen Lunch zwischen Shopping und Galerien-Hopping.

Dieser Guide ist deshalb weniger ein klassischer Berlin-Führer als vielmehr eine persönliche Sammlung von Lieblingsorten, neuen Entdeckungen und all den Gründen, warum der nächste Berlin-Trip schon wieder geplant ist.

Bis heute zieht es mich regelmässig in die Beuster Bar, vor allem für die Moules et Frites. Entdeckt habe ich das Restaurant etwa 2017 durch eine Freundin, und obwohl die Betreiber inzwischen mehrmals gewechselt haben, gehört die Adresse für mich noch immer zu meinen liebsten in Berlin.

Ins Ora in Kreuzberg zieht es mich besonders wegen der Atmosphäre. Das Restaurant befindet sich in den ehemaligen Räumen einer alten Apotheke, und genau diese Mischung aus historischem Interior und modernem Food-Sharing-Konzept macht es für mich zur perfekten Adresse für lange Abende und Essen mit Freunden.

Die Torbar in Berlin-Mitte ist längst ein Klassiker. Hierher kommen wir nicht in erster Linie wegen des Essens, auch wenn ich dir das Café de Paris wärmstens ans Herz lege, sondern wegen dieser besonderen, leicht aufregenden Atmosphäre. Vielleicht liegt das auch an Gastgeber Dieter Meier, dessen Handschrift dem Ort genau diesen charmanten Mix aus Berliner Lässigkeit und zeitloser Eleganz verleiht.

Das Café Frieda wurde uns von Freunden empfohlen und gefallen hat uns die entspannte Atmosphäre, der offene Blick in die Küche und die grossartige Naturweinauswahl. Einer dieser Orte, an denen aus einem schnellen Glas Wein meistens ein ziemlich langer Abend wird.

Das Jolie Bistrot ist einer dieser Orte, an denen man für einen Moment vergisst, dass man eigentlich in Berlin ist. Mit weissen Tischdecken und fast ein wenig zu chicem Ambiente wirkt das Restaurant eher wie ein kleines Pariser Bistro, genau das macht den Ort aber so spannend. Wir waren zum Brunch dort, würden aber jederzeit wieder zum Dinner kommen, nur um den den gegrillten Wolfsbarsch sowie die Stracciatella mit Tomaten und Auberginen zu probieren.

Nach einem Spaziergang im Mauerpark per Zufall entdeckt: Diese kleine Weinbar Sabon fühlt sich an wie ein Ort, den man eigentlich nur über Freunde kennt. Naturwein, unverputzte Wände und dieses typische Berliner Gefühl, zufällig genau am richtigen Ort gelandet zu sein.

Die Pluto Bar ist ein wenig wie das Berliner Pendant zur Zürcher Sacchi Bar: klein, intim und mit einer grossartigen Auswahl an Weinen und Drinks. Ausserdem liegt sie direkt neben dem Restaurant Otto, das ebenfalls zu den feinen Adressen gehört, die man sich in Berlin merken sollte.
 
 

ACID: Für einen schnellen Kaffee und ein Gebäck auf die Hand. Minimalistisch ohne kalt zu wirken und genau die Art Café, wegen der man plötzlich jeden Morgen einen kleinen Umweg macht.

 

Dieser Tipp fällt ein wenig aus dem Raster, doch aus purer Nostalgie gehört das KaDeWe für uns bis heute zu jedem Berlin-Trip dazu, nicht zuletzt, weil Zürich längst kein klassisches Warenhaus mehr hat. Dabei geht es uns weniger ums Einkaufen als vielmehr ums Beobachten: am liebsten oben im Food-Bereich, bei einem Glas Champagner und Austern.

CO Berlin: Ein Besuch gehört für uns inzwischen fix zu jedem Berlin-Trip. Die Ausstellungen schaffen es immer wieder, Fotografie gleichzeitig zugänglich und inspirierend wirken zu lassen. 

Fotografiska Berlin: Selbst wenn man keine Ausstellung besucht, lohnt sich Fotografiska allein für einen Kaffee oder Drink mit Freunden in der Bar. Die Atmosphäre ist international, entspannt und genau die richtige Mischung aus Kulturort und urbanem Treffpunkt inklusive spektakulärem Blick über Berlin.

Shops: Berlin versetzt uns jedes Mal aufs Neue in ein kleines Shopping-High. Neben unseren langjährigen Favoriten wie «Do You Read Me?!», Sabrina Dehoff oder dem Voo Store in Kreuzberg entdecken wir bei jedem Besuch auch wieder neue spannende Adressen – zuletzt etwa den Store von VSL (im Bild), an dem wir zufällig vorbeigelaufen sind und unsere neuen Lieblingsvesten gefunden haben.

In Berlin gibt es zwar unzählige teure Designhotels, aber mein Tipp: lieber ein preiswerteres Hotel wählen, das zentral liegt, wie zum Beispiel das Scandic am Potsdamer Platz. Zu Fuss ist man schnell bei der nächsten Bahn-Station und das gesparte Geld investiert man in Berlin lieber in gutes Essen, Bars, Shopping oder besondere Erlebnisse.

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