
Einer der von SwissFurniture wiederbelebten Möbelentwürfen: Das Sideboard «Sesam» von Dieter Waeckerlin.
Leidenschaft und Begeisterung für Möbeldesign tragen alle vom Team von SwissFurniture im Herzen. Über die Jahre hinweg wurden ausgewählte Möbelentwürfe von Schweizer Gestaltern mit zeitloser Relevanz identifiziert und durch H100 bewahrt. Die ersten vier Möbelstücke wurden nun in Zusammenarbeit mit SwissFurniture, den Designer:innen, ihren Nachkommen sowie Manufakturen überarbeitet und zu neuem Leben erweckt. Entstanden ist eine originalgetreue Kollektion erlesener Schweizer Möbelklassiker für drinnen und draussen, die nicht nur Designgeschichte erzählt, sondern diese in die Gegenwart übersetzt und für deren Umfeld wieder zugänglich macht. SwissFurniture arbeitet abgestimmt auf das Produkt mit Produzent:innen und Möbelmanufakturen sowie kreativen Köpfen und produziert ausschliesslich in der Schweiz und der EU. «Unser höchstes Anliegen ist es, die Schweizer Qualität in jedem Produkt sicherzustellen und die Designobjekte bis ins Detail dem Original entsprechend nachzubauen», beschreibt Fabio Dubler. «So fördern wir das Bewusstsein für den hohen Qualitätsanspruch in der Schweiz und tragen diese Designgeschichten in die Welt.»

Sideboard «Sesam», 1957

Dieter Waeckerlin, Basel: 1930–2013
Dieter Waeckerlin (Basel: 1930–2013) gehörte zwischen 1950 und 1980 zu den international erfolgreichsten Schweizer Möbeldesignern. Er war ein Pionier des digitalen Entwerfens und der erste Schweizer Designer, der seine Möbel ab 1986 mit CAD entwarf. Das Sideboard «Sesam» besticht durch seine zeitlose Eleganz und klare Formgebung. Gefertigt aus hochwertigem Eichenholz, zweiseitig einsetzbarem Pavatex-Schiebetüren und zwei Regalböden, vereint es ästhetische und funktionale Aspekte – ein revoloutionärer Entwurf für diese Zeit. Das elegante Möbelstück bietet ausreichend Stauraum und ist ein Klassiker des Mid-Century-Designs des letzten Jahrhunderts. Erhältlich bei memorie.ch.
Klaus Vogt (Wohlen AG: *1938) besuchte nach abgeschlossener Lehre als Bootsbauer die Klasse für Innenarchitektur an der Kunstgewerbeschule Zürich bei Hans Fischli und Willy Guhl. Assistenzstellen an der ETH Zürich bei Bernhard Hoesli und Dolf Schnebli folgten in den 1970er-Jahren. Parallel dazu entwarf er in seiner eigenen Werkstatt Möbel wie die «Squadra Schränke» oder im Designkollektiv mit Ueli Berger, Heinz Ulrich und Eleonore Peduzzi Riva die Sofalandschaft «DS-600» für de Sede. Der «Squadra Schrank» wurde im Volksmund auch «Laubsägelischrank» genannt. Im Kontext der «Anti-Design-Bewegung» nagelte Vogt standardisierte Sperrholzplatten zu einem standfesten Körper zusammen und sägte anschliessend die Öffnungen aus. Diese Herstellungsmethode ermöglichte eine Vielfalt freier Formen für die Öffnungen in den Schubladen- und Schrankfronten. Das erste Modell ist heute in den Farben Grün, Blau, Rot und Grau zu haben. Weitere Ausführungen sind bereits angedacht und sollen die Vogt-Schrankfamilie ergänzen. Erhältlich bei memorie.ch.
«Unser Ziel ist es, Schweizer Designgeschichte zu bewahren und wieder zugänglich zu machen.»
Robert Haussmann (Zürich: 1931–2021) besuchte in den 1950er-Jahren die Innenausbauklasse an der Kunstgewerbeschule Zürich bei Willy Guhl, Wilhelm Kienzle und Johannes Itten und bewegte sich im Umkreis von Sigfried Giedion und Hans Arp. Bereits mit 27 Jahren gründete er mit Teo Jakob, Hans Eichenberger, Kurt Thut und Alfred Hablützel das Kollektiv «Swiss Design». Zusammen mit seiner Frau Trix Haussmann bildete Robert das international wohl bekannteste Architekten- und Designerpaar der Schweiz. Der Stapeltisch widerspiegelt den innovativen und puristischen Ansatz, der sich wie ein roter Faden durch Robert Haussmanns Werke zieht. Er hat ihn 1956 für «Swiss Design» entworfen, dem von ihm mitgegründeten Kollektiv, dem es gelang, die Visionen der Bauhaus-Bewegung in eigene Möbelklassiker umzusetzen. Das Modell besteht aus drei in Höhe, Breite und Länge identischen Tischchen mit versetzten Metallbeinen, die in einen länglichen Loungetisch zusammengestellt werden können. Sie lassen sich einfach stapeln und zerlegen, sind raumsparend und konnten bereits damals einfach versendet werden. Erhältlich bei memorie.ch.

Sideboard «S943», 1953

Kurt Thut, Möriken AG: 1931–2011
Kurt Thut (Möriken AG: 1931–2011) verkörperte als Architekt, Möbelentwerfer und Produzent verschiedene Aspekte der Schweizer Wohnkultur der 1950er- bis 1990er-Jahre. Nach dem Abschluss an der Kunstgewerbeschule Zürich, wo er bei Willy Guhl, Hans Bellmann und Johannes Itten studierte, arbeitete er als Assistent bei Hans Fischli. Er gehörte mit Trix und Robert Haussmann, Hans Eichenberger und Teo Jakob ebenfalls zum Kollektiv «Swiss Design». Die Konstruktion und die Gestaltung des minimalistischen und funktionalen Sideboards orientierten sich an modernen Architekturprinzipien, wie sie in der Architektur von Ludwig Mies van der Rohe Anwendung fanden. «S943», das den Thut-Möbeln zum Durchbruch verhalf, symbolisiert den Übergang von der traditionellen Schreinerarbeit zum modernen, funktionalen Designobjekt. Das Sideboard gibt es in den Ausführungen Ahorn sowie Nussbaum. Erhältlich bei memorie.ch.

