Die Schweizer Architekturpreise 2026: Das sind die nominierten Projekte

In eigener Sache: Die Schweizer Architekturpreise

Schmaler, grüner Wohnbau mit Balkonen an einer Strassenkreuzung bei blauem Himmel.

Eines der nominierten Projekte für «Der beste Neubau»: Das Stadthaus Imfeldstrasse in Zürich-Wipkingen von Huggenbergerfries Architekten.

Wir alle bewerten Architektur – die meisten von uns tun es unbewusst: Wir fühlen uns wohl in einem Raum, oder eben auch nicht. Was genau erzeugt dieses gute oder eben ungute Gefühl? Es geht um Volumen, um Fläche, um Licht, um Materialität, um Anordnung, um Konstruktion und vieles mehr. Die Schweizer Architekturpreise bewerten diese Qualitäten aus Sicht einer vielfältig kompetenten Fachjury nun schon zum elften Mal, und zwar in den Kategorien «Der beste Umbau» und «Der beste Neubau». Und wie jedes Jahr ist auch das Publikum nach seinem Favoriten gefragt.

Aus 73 Projekten in der Kategorie «Der beste Umbau» und 37 Projekten in der Kategorie «Der beste Neubau» hat die Fachjury je zehn Nominierte ausgewählt. Beim Umbau überzeugte vor allem der sorgfältige Umgang mit dem Bestand – von der Umnutzung eines Forschungs- oder Bürogebäudes in Wohnraum bis zur Instandsetzung eines Strickbaus aus dem 17. Jahrhundert oder zur Wiederbelebung eines Bauernhauses im ländlichen Jura. Beim Neubau standen architektonische Qualität, die Eingliederung in den Kontext, wegweisende Wohnkonzepte sowie räumliche und energetische Nachhaltigkeit im Fokus. Die Bandbreite reicht dabei vom einfachen Raum im Wald bis zu verschiedenen Siedlungen in urbanen Zentren.

Wer den jeweiligen Jurypreis erhält, wird am 24. September an der Design- und Möbelmesse neue räume 26 in Zürich bekanntgegeben – gerne bist du zur Preisverleihung ab 16:30 Uhr eingeladen. In der Zwischenzeit kannst du bereits jetzt für deinen Lieblingsumbau und -neubau abstimmen und so die Publikumssieger mitbestimmen. Unter allen Teilnehmenden werden zudem attraktive Preise verlost, wie etwa eine Übernachtung in der Maison Heidi der Stiftung Ferien im Baudenkmal oder eine Stehleuchte «FEZ S» von Baltensweiler. Hier sind die diesjährigen Nominierten:

Der beste Umbau:

Ackermann Architektur, Basel BS: Der Umbau und die Aufstockung des ehemaligen Forschungsinstituts an der Grenzacherstrasse schaffen 53 Wohnungen und Gewerbeflächen durch die Weiterverwendung von Bestand und Fassade.

Allen + Crippa, Grabs SG: Bei Gässli 5 wurde ein historisches Haus aus dem 17. Jahrhundert zerlegt, neu zusammengesetzt und mit einem Neubau aus natürlichen Materialien ergänzt, um kreislauffähiges Bauen umzusetzen.

Atelier Candrian Meier, Zürich ZH: Das Mehrfamilienhaus an der Triemlistrasse wurde mit Anbau, Balkonen, Erkern und aufgestocktem Dachgeschoss zu einer zeitgemässen Wohnfigur weiterentwickelt.

Holzhausen Zweifel Architekten, Zürich ZH: Die Instandsetzung des Mehrfamilienhauses an der Grimselstrasse bringt die ursprüngliche Eleganz des 1930er-Jahre-Baus mit sorgfältiger Sanierung und energetischer Erneuerung zurück.

Kast Kaeppeli Architekten, Riehen BS: Das Wohnhaus am Grenzacherweg wurde mit einem zurückhaltenden Holzaufbau in die Höhe erweitert, ohne seinen historischen Charakter zu verlieren.

Kooperative E45, Basel BS: Aus dem Bürohaus an der Hochbergerstrasse wurde mit einem neuen südseitigen Laubengang ein Wohnhaus mit 28 Wohneinheiten und gemeinschaftlichen Räumen.

Morin Architektur, Le Bémont JU: Das Bauernhaus wurde behutsam erhalten und zu drei Wohnungen sowie Atelierräumen umgebaut, wobei die ursprüngliche Geometrie bewahrt blieb.

Salathé Architekten Basel, Riehen BS: Das ehemalige Dominikushaus wurde zu einem Wohnensemble mit Genossenschaftswohnungen und Reihenhäusern umgenutzt, mit Fokus auf Wiederverwendung und flexible Wohnformen.

Steigerspielmann, Atelier für Architektur, Luzern LU: Das Wohnhaus an der Libellenstrasse wurde denkmalpflegerisch sensibel erneuert und energetisch verbessert, ohne seine ursprüngliche Substanz zu überformen.

Studio Hajnos, Zürich ZH: Das Mehrfamilienhaus von 1924 wurde erhalten, im Dach mit zwei Maisonettewohnungen ergänzt und im Innern neu organisiert.

Der beste Neubau:

Buol & Zünd Architekten, Bern BE: Der Ersatzneubau in der Berner Altstadt überträgt die mittelalterliche Parzellierung in eine klare Wohnstruktur mit 26 Wohnungen rund um einen gemeinschaftlichen Hof.

Diethelm & Spillmann Architekten, Wohlen AG: Das Mehrfamilienhaus an der Gaswerkstrasse reagiert auf Bahnlinie und Leitungstrasse mit zwei Baukörpern und einem gemeinsamen, geschützten Erschliessungsraum dazwischen.

Duplex Architekten, Zürich ZH: Die Siedlung Wydäcker organisiert vier Wohnhäuser um einen Hof und verbindet durch Enfilade-Räume, Loggien und ein Studio-Haus unterschiedliche Wohnformen.

Huggenbergerfries Architekten, Zürich ZH: Der Umbau und Erweiterungsbau an der Imfeldstrasse verdichtet das Stadthaus mit flexiblen, um einen Kern gruppierten Räumen und einer berankten Laube als Bindeglied zwischen alt und neu.

Jaeger Koechlin Architekten, Basel BS: Das Wohnhaus Auf dem Hummel ergänzt die Reihenhausgruppe mit einem schmalen, langgestreckten Baukörper, der den Bestand respektiert und innen offene, grosszügige Räume schafft.

Lütjens Padmanabhan Architekt*innen, Regensdorf ZH: Der Längsbau H1 setzt auf kompakte Maisonette-Lofts mit minimaler Ausstattung und grosszügigen Balkondecks als private Aussenräume eines urbanen Terrassenhauses.

Park Arch, Baar ZG: Die Siedlung Vogelwinkel Baar entwickelt mit vier roten Ziegelscheiben ein landschaftlich eingebettetes Wohnensemble mit diagonalen Blickbezügen und starkem Raumkontinuum.

Studio Bisig Rocchelli, Trin Digg GR: Das Haus Raum im Wald ist ein low-tech Holzbau, der ohne Baumfällungen auskommt, passiv klimatisiert ist und mit einem Speicherofen beheizt wird.

Sumcrap. Atelier d’Architettura, Vella GR: Die CasaNova übersetzt traditionellen Strickbau in ein zeitgemässes Einfamilienhaus mit kompakten Dienstzellen und offenen, lichtdurchfluteten Wohnräumen.

Atelier Summermatter Ritz, Naters VS: Der Wohnturm WIIGÄRTU stapelt auf enger Parzelle einen Beton- und Glaskern mit einem Holzaufbau und schafft so vertikale Dichte für flexibles Wohnen.

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