Unscheinbar gewaltig

Umbau in Muttenz

Weitwinkelaufnahme eines dunklen Holzhauses mit Ziegeldach, das von einem grossen Baum im Vordergrund und hohem, wildem Gras umgeben ist. Ein Kiesweg führt zum Haus, im Hintergrund stehen dichtes Grün und Bäume unter hellem Himmel.

Das Atelier stand ursprünglich in Buchegg im Kanton Solothurn und wurde 1951 in Muttenz wiederaufgebaut. Eingebettet in einen wuchernden Garten bietet es Ausblick bis nach Basel.

Das Atelierhaus in Muttenz hat eine ungewöhnliche Vorgeschichte: Es entstand 1944 in Buchegg im Kanton Solothurn als modularer Atelierraum für den Künstler Hans Jauslin, der es später auf einem geerbten Grundstück in Muttenz wiederaufbauen liess; Ende der 1960er-Jahre kam ein L-förmiger Anbau mit Bad und Schlafzimmer hinzu. Als die Künstlerin Manu Wurch das Haus entdeckte, war es bereits stark sanierungsbedürftig: Technik, Leitungen, Nasszelle und Statik entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Gemeinsam mit dem baubüro in situ entschied sie sich für eine umfassende Erneuerung: Der Atelierraum blieb weitgehend unangetastet, der Anbau wurde neu gedämmt, das Haus mit Wärmepumpe und Photovoltaik aufgerüstet. Die technische Infrastruktur wurde in einem neuen, eigens dafür geschaffenen Raum gebündelt. Wo möglich wurde vorhandenes Material wiederverwendet oder mit Re-Use-Bauteilen ergänzt. So blieb der Charakter des Hauses erhalten und zugleich wurde es fit für die Zukunft gemacht.

Heller Hauptraum des Ateliers mit sichtbarer Dachkonstruktion aus hellem Holz, grossen Fenstern zum Grün, rustikalem Holzboden und einfachen Möbeln wie Arbeitstisch, Bank und Werkbank.

Der Hauptraum des Ateliers wurde statisch mit zwei neuen Holzträgern ertüchtigt und das Dach neu gedämmt. Ansonsten blieb der Raum möglichst in seinem ursprünglichen Zustand erhalten.

Eingangsbereich des Anbaus mit einer aus wiederverwendetem Holz und einem groben Stein gebauten Bank vor der Glastür; daneben liegen weitere Holzplanken und Kissen im Schatten eines waldigen Gartens.

Bauherrin Manu Wurch hat bei den Umbauarbeiten so viel altes Holz wie möglich aufgehoben. Daraus entstand etwa diese Bank und Treppe vor dem Eingang zum Anbau.

 

«Es ist erstaunlich, wie viel technische Komplexität an einem so kleinen Ort zusammen­gekommen ist.»  
Porträt einer lächelnden Frau mit schulterlangem, leicht gewelltem braun-grauem Haar, Brille auf dem Kopf, gepunkteter Bluse und schwarzem Cardigan vor unscharfem Büro- oder Archivhintergrund.

Die Architektin: Eliane Zihlmann ist seit 2010 beim ­baubüro in situ tätig und leitet haupt­sächlich Umbau-, Aufstockungs- und ­Sanierungsprojekte. Seit 2018 ist sie ­zudem GEAK-zertifizierte Expertin. Das baubüro in situ wurde 1998 von den Architekt:innen ­Barbara Buser und Eric Honegger in Basel gegründet und ist besonders bekannt für seine Pionierleistungen in den Bereichen klima­freundliches und kreislaufgerechtes ­Bauen.

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Magazincover von „umbauen + renovieren“ mit einer weissen Fassade und einem kahlen Baum vor einem Haus; Titelthema ist „Der beste Umbau“, ergänzt durch weitere Schlagzeilen und Ausgabeangaben.

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