Die Dinge und ihre Geschichten

Tschechisches Design

Wer im Oktober durch Prag und den Designblok streift, merkt schnell: Tschechisches Design begegnet einem nicht nur in Messehallen und Showrooms. Es taucht in Hotels, Restaurants, Cafés, Galerien und privaten Interieurs auf – als Leuchte über dem Bartresen, Glasobjekt auf dem Sideboard oder Möbel zwischen Gebrauch und Inszenierung. Dahinter steht ein enges Geflecht aus Werkstätten, Manufakturen, Marken und Kreativen.

Junge Frau sitzt hinter einem Glas mit der Aufschrift Happiness

Designerin Katerina Handlová: «Glas ist auf eine besondere Weise lebendig. Es erinnert sich an Wärme. Es trägt den Atem des Glasbläsers in sich – buchstäblich und physisch.»

Besonders sichtbar wird darin das tschechische Glaserbe. Seit Jahrhunderten wird in Nordböhmen geschmolzen, geschliffen und graviert; hinzu kommen Möbelhandwerk, industrielle Fertigung und eine starke Tradition des Autorenobjekts. Eine jüngere Generation greift dieses Wissen auf, ohne sich damit festlegen zu lassen. Katerina Handlová, Elis Monsport und Jiri Krejčirík gehören zu den prägnanten Stimmen dieser Szene. Sie arbeiten zwischen Collectible Design und Gebrauchsgegenstand, Objekt und Raum, historischer Referenz und Gegenwart. Stilistisch könnten ihre Arbeiten unterschiedlicher kaum sein. Gemeinsam ist ihnen die Frage, wie Dinge Beziehungen stiften – zwischen Licht,
Material, Geschichte und Gebrauch.

Mann steht in einem Zimmer vor einem blauen Regal.

Designer Jiri Krejčirík: «Für mich ist die Vergangenheit kein Stilarchiv, sondern eine Quelle für Ideen und Prinzipien.»

Junge Frau mit mittellangem lockigen Haar, in der Hand ein Stück von einer Duschwand.

Designerin Elis Monsport: «Glas ist niemals völlig statisch, sondern verändert sich je nach Licht, Tageszeit und Blickwinkel.»

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